Wie ein perfekter Samstag in Malawi aussehen kann

Frühs um 8 wird man von den anderen Bewohnern des Gästehauses geweckt, welches aufgrund eines laufenden Kurses ausgebucht ist. 5 Schotten sind für 2 Wochen hier und geben einen Kurs im Beit Cure sowie Queens Hospital über Operationstechniken bei Verbrennungen. Bis auf das morgendliche frühe Wecken sind das ganz angenehme Zeitgenossen. Trotz des schon fortgeschritten Alters von 60 Jahren 🙂 sind alle noch sehr lustig und munter drauf. So werden wir abends mit einem 3-Gänge Menü, ja ihr habt richtig gehört, bekocht! Salat, Hauptspeise und dann noch einen leckeren Obstsalat hinterher!!!! Jamjam, Luxus Pur wenn man sich sonst nur von Reis und Nsima ernährt.. Da die Schotten auch fürs Trinken bekannt sind gab‘s auch immer lecker Gin, oder ein Bier dazu! Leider reisen sie diesen Mittwoch wieder ab!

Weiter zum perfekten Samstag:

Nach einem kleinen Frühstück geht es nach gegenüber ins Beit Cure Krankenhaus, welches schon fast wie eine zweite Familie für mich geworden ist.

Dort haben Georgie und Tara, 2 andere Freiwillige, einen Open Day geplant.

Dieser ist dafür da zu zeigen was wir eigentlich alles so machen. Viele kennen nur den Privaten Bereich, oder aber den Bereich der Kinder des Krankenhauses, dass beide Bereiche zusammen gehören wissen viele nicht. So ist es Ziel viele Führungen zu veranstalten und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Wir haben viele Malawische Konzerne und Privatpersonen die fürs Krankenhaus spenden, auch denen wollen wir die Gelegenheit geben sich das Krankenhaus mal genauer aus der Nähe anzuschauen! Das Ganze ist ein Mega Erfolg! Viele Besucher und auch Mitarbeiter kommen um zu schauen und zu helfen. Dazu verkaufen wir selbst gemachten Kuchen und Kekse. Ich habe außerdem noch Julia und Luca, welche bei der Jacaranda Waisenschule arbeiten, eingeladen um ihre Selbstgemachten Marmeladen zu verkaufen. Das probieren sie schon seit einem halben Jahr. Sie kochen Marmeladen mit den Schülern, gestalten die Label selber und der Erlös geht an die Schule, welche sich komplett aus Spendengeldern finanziert. Ich weiß nicht ob es an der fehlenden Übung lag, aber bis zum gestrigen Zeitpunkt hatten sie leider nicht mehr als 3 Marmeladen verkauft. Das änderte sich zum Glück!!!!! Wir haben Toastbrote für Verkostungen geschmiert und die Leute waren begeistert! Mango mit Vanille oder Ingwer Geschmack und Bananen-Ananas Geschmack gab es zur Auswahl. Nach geschlagenen anderthalb Stunden waren ihre Bestände komplett ausverkauft und so haben sie über 11000 Kwacha zusammen bekommen. 1500 Kwacha werden für einen Schüler pro Semester an Schulgeld benötigt. Ein riesen Erfolg! Und viele Leute haben schon gefragt wann und wo sie die nächsten Marmeladen erwerben können.

Mit Laurence habe ich gegen Mittag dann Spiele für die Kinder vorbereitet. Wir hatten eine große Schüssel voll mit Wasser gefüllt, darin lag ein Apfel und die Aufgabe bestand darin dieses mit dem Mund rauszuholen! Laurence ist einfach klasse im Kinder motivieren und so saßen alle Patienten mit den Guardiens auf der Terrasse und haben fleißig angefeuert. Als erstes hatte sich leider kein Kind getraut und so versuchte die Mutter eines Patienten ihr Glück, setze sich auf den Stuhl vor der mit Wasser gefüllten Schüssel und beugte sich nach vorn um den Apfel rauszuholen. Das lustige war das sie glaube einfach nicht erwartet hat dabei nass zu werden!!!!! Sie sprang plötzlich total erschrocken auf mit einem komplett nassem Gesicht und rannte davon 😀 In ihrem Gesichtsausdruck hat man richtig erkennen können wie sie total geschockt war. Nach unzähligen Versuchen hat`s dann aber geklappt!!!!! Nach vielen erfolgreichen Versuchen der Kinder, auch das hat meistens mehrere Minuten gedauert, hat es dann John Cashmann einer der Ärzte versucht. Er steckte gleich mal den ganzen Kopf, mitsamt den Haaren in die Schüssel und die Kinder schrien einfach nur vor Freude als er vorn über umfiel, den Kopf immer noch in der Schüssel!!!!!! das war wirklich mal eine Willkommene Abwechslung zum Krankenhaus Alltag. Auch die Besucher waren alle begeistert und haben uns vorgeschlagen das am besten jedes halbe Jahr zu machen. Wir haben uns überlegt das ganze beim nächsten Mal sogar ein bisschen größer aufzuziehen, mit vielen kleinen Verkaufsständen.

Am Nachmittag ging es dann mit Laura, Georgie und Tara in die Stadt um Tjitenje zu kaufen. Das nehmen wir uns schon seit dem ersten Tag an vor, hat aber leider nie wirklich geklappt, nicht zuletzt aus Faulheit, doch eher aufgrund mangelnder Zeit!!!! Ich kann gar nicht glauben wie schnell die Zeit hier vergeht, weil man einfach immer etwas zu tun hat. Der Einkauf war erfolgreich und am Montag lassen wir uns daraus dann Hosen schneidern, yeah darauf freu ich mich schon!!!!!! Kunterbunte Hosen….

Zuhause angekommen mussten wir uns auch schon wieder für den Abend fertig machen. In einer Backpackerkneipe (Doogles), und übrigens auch die einzige wo man abends hingeht, hier trifft sich ganz Blantyre, sind wir dann zu einer Carneval feier. Viele waren kostümiert, es gab eine Live band und bis in die Morgenstunden wurde getanzt!!! Das schöne ist man trifft hier ganz viele Leute und hat immer gute Gespräche, da mein Englisch auch immer besser wird :)) komm ich auch immer mehr mit den Leuten in Kontakt. Das sind nicht nur Internationale Leute die man hier trifft sondern auch viele Malawier mit denen man am späteren Abend zu guten Diskussionen kommt.

Um 5 Uhr morgens ging es dann endlich ins Bett.

Zurzeit macht es einfach richtig viel Spaß hier zu leben und so viele Eindrücke zu bekommen. Jeden Tag lernt man etwas Neues und Aufregendes kennen, ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen.

Ich hoffe euch geht es allen gut! Hab gelesen dass es jetzt langsam Frühling wird in Deutschland? Dann kommt ihr auch endlich mal wieder in den Genuss von Sonne J

Liebe Grüße und bis bald!

Cindy

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