Ouchi Geburtstag 2011 – Nordish by nature

Mo-hoin.

Am Freitag knallte um 10.30 Uhr der Startschuss zum 1. Koserow Race. 5 Autos & ein Biker machten sich zu unterschiedlichen Zeiten und von verschiedenen Orten auf den Weg.

Kommentar: Es war unheimlich schade und hat mir auch unheimlich leid getan, dass ich nicht mitfahren konnte. Es war sehr nett von euch, dass ihr mich mit reichlich Infos gefüttert und mit den nettesten Besserungswünschen versorgt habt. Ich kann’s euch aber nicht übel nehmen, weil ich weiß, dass ihr geschlagene… gottverdammte… zum Himmel schreiende… ZEEEEEEHN STUNDEN! zur Ostsee gebraucht habt. Und das mit Hannes! Naja, nachdem ihr mich also kollektiv „geBIENd“ (auf das Wort lass ich mir ein Patent ausstellen) habt, hat  André dann die Schreiberei zu meiner größten Freude auch nach der Fahrt weitergeführt und mich mit Bildern, Video und Infos versorgt. Soviel dazu und Dankeschön an Mr. Bien.

Nach 2 Autobahnvollsperrungen, unglaublichen Autosafaris durch Berlin um eine Tasche aus der Nähe zu sehen, gefolgt von benzinsparendem Vorwärtsdrängen im Stau („Wie weit ist es denn noch ?“ – „9km“ – „Dann pups ich nochmal.“), teurem Fotoshooting auf der Landstraße kamen alle Ouchis etappenweise am Ziel an.

Auch Rob und Tabea schafften es über Magdeburg noch gegen Mitternacht zu uns, um die lang ersehnten Geburtstagsgeschenke auszupacken.

Nach der elend langen Anreise über Magdeburg nach Koserow waren wir echt gespannt ob sich das ganze Gefahre für die Zeit lohnen wird. Und gleich vorweg, es war trotz der ganzen Anstrengung mit Training, Yoga und NordischJogging richtig erholsam.

Unser Trainingscamp bestand aus einem wunderschönen Bungalowdörfchen mit süßen Kinder-Doppelstockbetten, in denen beide Pauls die Dimensionen ihres Körpers erleben durften. Am Gelände befand sich ein Strandtor mit fast direktem Anschluss zum Meer und ein Kulturraum inklusive Kicker und Spülmaschine 😉

Dieser wurde am ersten Abend gleich feierlich für Kuchenorgien, Käsewiener aus einem 40l Topf, eine kleinen Smartiesschlacht, eine Sonder-Spiegel-Ausgabe vom Peter und eine volle Kiste mit Grußkarten von Ouchis, die nicht mitfahren konnten und Persönlichkeiten wie Chuck Norris, Bruce Lee und Arnold Schwarzenegger genutzt.

All diese Glückwunschkarten wurden vorgelesen und sorgten für eine familiäre Stimmung mit erstem Bauchmuskeltraining durch viele Lacher.

Unzählige Glückwunsche von alten und neuen Weggefährten zauberten ein Lächeln auf unser Gesicht. Selbst Chuck Norris gab sich die Ehre.

Auch eine neue Art des Ouchi-Memory sorgte für viel Spiel, Spaß und Spannung.

Natürlich ließen wir den ersten Abend nicht ungenutzt und Hannes begann mit seinem Yogaprogramm. Nach kurzer Einführung wurden unter anderem durch Kopfstand und Kerze einige Verspannungen einer langen Fahrt beseitigt. Dennoch (oder gerade deswegen?) fielen alle wie vom Mörder-Zuki getroffen in die Koje.

Samstag, der Wecker klingelt, also aufgestanden.

Allem voran muss man sicher sagen, dass die Randbedingungen diesmal mehr als perfekt waren. Das Wetter hat super mitgespielt, immer trocken, immer warm genug zum Trainieren und Baden; und der Sonntag war wie für einen Strandtag gemacht. Wenn ich denjenigen kennen würde, der für das Wetter verantwortlich ist, würde ich ihn (oder sie) an dieser Stelle küssen und ganz doll drücken 😉

Lucie knuddeln, Isomatte untern Arm und ab raus auf die Wiese zum Yoga. Mit leichter Morgensteifigkeit schaffte es neben Paul auch der Rest der Gruppe Hannes’ Übungen zu verinnerlichen. Ich weiß jetzt, dass auch nach 3 Minuten Kopfstand nicht der Kopf platzt. Also immer schön locker durch die Hose atmen.

Es ging weiter mit Frühstück.

Ein Ausblick in unsere Zukunft: die Speisung im Altenheim.

Aber nicht in irgendeiner Kantine, sondern in den wunderschönen Hallen des nebenliegenden Seniorenheims. Nachdem sich jeder für einen Platz mit Namensschild entschieden hatte, stellte sich die Herausforderung, die Tische nach dem Essen wieder richtig zurechtzuschieben, um im Alltag einer 80jährigen nicht für Verwirrung zu sorgen.

Gespannt standen nach der Zähneputzen-Einheit alle bereit für die Laufeinheit. Diese führte Peter an. Ab durch die Hecke auf dem Weg zum Strand hörte man die von Peter eigens und extra komponierte Fischbrötchenhymne, interpretiert vom Drill-Boot-Camp-Chor durch ganz Koserow:

ICH WEIß ES NICHT, MAN SAGT ES HALT
FISCHBRÖTCHEN SCHMECKT AM BESTEN KALT.
IM WALD IN KOSEROW SIND WIR
BESTELL NICHT EINS, BESTELL GLEICH VIER.
SIND HANNES UND TINA MIT DABEI
KRIEGT LUCIE AUCH FISCHBRÖTCHENBREI.
DAS ESSEN IST HIER EIN GENUSS
DRUM LAUF JETZT LOS, ES IST GLEICH SCHLUSS!

In der Laufeinheit machten wir den Strand unsicher mit Partnerhüpfen, Möwenflug und anderen  tollen Choreographien. Weiter ging es mit Shotokan am Strand. Die eingebuddelten Fahnen sorgten schon fast für idyllischen Dojocharakter und zogen auch einige Schaulustige an. Nachdem die Ouchis ihre Katas zum Besten gaben, zeigten Dana und Marco was sie drauf haben. Der Sand suchte sich langsam seinen Weg in die Tiefen eines jeden Anzugs. Robert übernahm die nächste Einheit mit Booty-Hüftshake bis zum ultimativen Bauchkrampf. Neue Tricks und Kniffe vereinfachten es allen, neue Knoten in die Arme ihres Partners zu basteln. Der Höhepunkt der Vormittagseinheit lautete BodyRock. Rock für den Körper, Hardrock für die Schweißdrüsen und Deathmetal für das Durchhaltevermögen. In Badehosen kämpften wir am Strand gegen die Miniwellen und machten einen Burpee nach dem anderen. Hannes erfand die Koserow Burpees und alle entdeckten noch mehr Muskeln, die verkrampfen können.

Nach einer kleinen Erfrischung im Meer holten wir uns unser Schnitzel im Seniorenheim ab. Gesättigt und erschöpft wurden nun unsere Ohrsynapsen von einem äußerst tollen Vortrag von Julia beansprucht. Bei Sonnenschein erklärte sie uns die grundlegenden Aspekte für motorisches Lernen. Auf einleuchtende Art und Weise gab sie vor allem den Trainern neue Tipps und Hilfen für die Gestaltung des Trainings und Einblick in die Leistungsfähigkeit unseres Gedächtnisses. So kann Tina zum Beispiel 200 Sachen  mehr im Kurzzeitgedächtnis speichern als ich.

Der Nachmittag war wieder geprägt vom Vormittagsprogramm. Sonne, Schweiß und gestählte Ouchikörper, die sich vergnügt am Strand verausgabten. Der Ablauf bestand wieder aus Laufen mit eingeübtem Drillsound, Shotokan, Oldschool und BodyRock. Nach kurzer Badesession bündelten wir unser ganzes Qi und liefen mit Fahne über das Meer. Jesus und Moses wären vor Neid erblasst. Rob, Hannes, André und ich übten uns noch in den Baywatchdisziplinen „In Zeitlupe am Strand entlang rennen“, „Imaginäre Bojen sexy präsentieren“ und „Wer kann am weitesten im Hürdenlauf ins Meer rennen“. Wir sahen verdammt gut dabei aus 😉

Nun war es soweit! Nachdem uns Peter am ersten Abend einen Auszug aus seinem Norddeutsch-Deutsch Wörterbuch überreicht hatte, versuchten wir vor dem Abendbrot im besten norddeutsch ein Fischbrötchen in der besten Matjesbude der Ostsee zu bestellen. Dat war besteeens!!!

Leicht gestärkt kam nun die Kicker-Tischtennis-Relax-Einheit. Liebhaber der Körperhygiene nutzten diese Zeit auch zum Duschen. In gewohnter Ouchi-Manier  machten die Männer ein Feuer und grillten pures Fleisch auf dem Rost. Die Kuchenorgie wurde fortgesetzt und alle schlemmten rund ums Feuer und ließen die Powereinheiten des Tages nochmal Revue passieren. Der ein oder andere kämpfte auch noch mit einer der unzählbaren Mücken. Den Abschluss des unvergessenen Samstags bildete die abschließende Yogaeinheit. Die Übungen wurden immer besser umgesetzt und konnten verinnerlicht werden. So stark, dass ich zum Beispiel meine Augen zu sehr entspannte und schon in meine eigene Traumwelt gelangte. Mit Isomatte bewaffnet, machten wir uns bei Vollmond alle zusammen an den Strand und probierten verschiedene Meditationstechniken aus. Voll entspannend für den Kopf und ein tolles Erlebnis für die Sinne. Nach einem grandiosen Tag suchten nun alle ihre Kojen auf. Peter, Paul, Paule, Manu, Rob und ich machten noch einen kleinen Abstecher zum Kicker und beseitigten noch etwas Hopfensaft.

Der Sonntag bot wieder Yoga mit fast perfektioniertem Kopfstand und ein eihaltiges Frühstück im Lieblingsaltenheim. Rico und Peter machten ein kleines Bikewettrennen, welches nur durch Zielbild entschieden werden konnte. Rico war eine Reifenbreite vorn 😉

Gemeinsam packten wir unsere Sieben-Sachen zurück in die Autos und säuberten die Zwergenhäuser mit heißen Fegern. Abfahrbereit gaben wir die Schlüssel ab und setzten uns in die Autos. Nein, wir machten uns noch nicht auf den Weg zurück in die Heimat. Geparkt auf dem Seniorenheim-Acker ging es wieder mit Drill-Bootcamp-Sound à la Peter zum Strand. Jeder einzelne des Ouchi Teams gab noch mal seine Lieblingsübung des Wochenendes zum Besten.  Neben Schweißperlen rutschte auch der Sand wieder in jede Stelle, Ritze und Öffnung des Körpers. Ich weiß jetzt endlich wieder wie Sandkuchen schmeckt, dank super eingesprungener Beinscheren. Was nun noch fehlte war natürlich – BodyRock!! Dazu gibt’s nicht viel zu schreiben, außer, ich hab es überlebt und bin stolz darauf. Mit Badehose bewaffnet, ging es dann noch ein letztes Mal ins Meer. Peter, Manu und ich versuchten erneut den Catwalk übers Meer. Es ist ein verdammt komisches Gefühl im Gi durchs Wasser zu schwimmen.

Abgekühlt, knülle und sportlich befriedigt, fuhren wir noch mal zum Fischbrötchenhändler unseres Vertrauens und testeten außerdem die Eisdiele und Waffelbude aus.

Mit Knöllchen an der Windschutzscheibe und einem kleinen Duell mit einem Stein beim Ausparken konnten wir die Heimreise antreten.

Es hat sich mal wieder gezeigt, was die Ouchis für eine tolle Truppe sind – ohne die richtigen Leute kann eine solche Stimmung natürlich auch unter den besten Bedingungen nicht aufkommen! Das Trainingsprogramm war perfekt und die zeitliche Abedeckung so zugeschnitten, dass nie Langeweile aufkommen konnte.

Der Weg für 2 Tage Training war ziemlich lang, aber total gerechtfertigt. Die Location hätte nicht besser sein können. Die Teilnehmerzahl wurde etwas höher erwartet, dennoch war die Stimmung wie immer megaklasse. Ein eingespieltes Team mit verdammt viel Witz und Kindern, die ihre Eltern rund um die Uhr auf Trab hielten und für viele Lacher sorgten. Ich bin mir sicher, dass wir nicht das letzte Mal in Koserow waren, denn es war legen… es kommt gleich… där!!

Für mich war es etwas ganz Besonderes euch in meiner Heimat begrüßen zu dürfen. Wie Ricci sich ins norddeutsch gesteigert hat, ihr alle die „Fischbrötchen-Hymne“ mitgeschmettert habt und man geradezu zugucken konnte, wie sich der Eine oder Andere in die Ostsee verliebte, sind Momente, die für mich unvergesslich bleiben werden!

Ich freue mich daher jetzt schon auf den nächsten Geburtstag, auch wenn ich selber dann schon wieder ein Jahr älter werde 😉

Den Schlussakt bildete die Heimreise, bei der wieder ausgiebig meditiert wurde. Zumindest auf der Rückbank und dem Beifahrersitz.

Ricci

mit Kommentaren von André, Paul, Paule, Peter, Rob und Julia. Und Tim.

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