Das war der Braun- / Schwarzgurtlehrgang in Leipzig

Eine unerwartete Trainings-Reise
(verspäteter Lehrgangs-Bericht eines Berliners)

Lehrgangsfahrten beginnen ja mit einigen Vorbereitungen: Trainingssachen, also Gi + Obi checken natürlich, Übernachtungsequipment wie Schlafsack und Kissen nicht vergessen;  Wechselsachen noch und ganz wichtig – die richtige Verpflegung! Sehr wesentlich ist das zeitige Losfahren, da die meisten Lehrgänge nicht gerade „um die Ecke“ sind.

Tipp >>Pünktlichkeit wird in unserer Sportart natürlich groß geschrieben und begünstigt das Sensei-Schüler-Verhältnis und dessen unmittelbare Folgen im Training!

Samstag, 4.2.2017:

Für mich ergab sich diesmal kurzfristig eine Mitfahrgelegenheit im angemieteten Kleinbus von Dresden nach Leipzig. Ich genoss den Luxus, von den Ouchis mitgenommen zu werden. Das hieß, entsprechend bequem am Samstag bei den Schwiegereltern in Dresden ausschlafen, Mittag essen und Abholservice von Hannes nutzen – und das völlig gratis… eimorfrei! (Allerdings hatte ich das „Kleingedruckte“ nicht gelesen – daher kommt der Bericht diesmal von mir –  freiwillig!  :o))

Als die Reisegesellschaft an einem zweiten Sammelpunkt vollständig wurde und das altbekannte „Gepäck-Tetris“ im Lehrgangszubringervehikel routiniert absolviert war, wurde für das leibliche und akustische Wohl vorgesorgt. (Immerhin stand ein Braun-Schwarzgurt-Lehrgang an – es sollte schließlich auch Leistung erbracht werden!) Bei allerlei Snacks und reichlich flotter Jugendmusik ging somit die Fahrt überraschend schnell und „höggschd“ motivierend voran. So konnten sogar vor Ort noch Getränke, Bananen und fehlende Zutaten für das opulente Sonntagsfrühstück gekauft wurden.

Nachdem die Trainingshalle dann überpünktlich und nach bewährter Einkreismethode gefunden war, luden wir aus. Aus der gesamten Republik kamen ca. 80 Karateka zusammen um unter Bundestrainer Nagai Shihan und Eugen Sensei die Lehrgangssaison 2017 einzuleiten.

Man kannte und begrüßte sich herzlich, tauschte knapp Neuigkeiten aus und versicherte dem „Anderen“ glaubhaft, diesmal ja wieder kaum trainiert zu haben (*zwinker); und dass man ja nicht jünger wird; und die Knochen… und überhaupt! Naja…Klappern gehört halt zum Handwerk!

Zum Training: Zuerst Ausrichten, Begrüßung, Erwärmung – dann Kihon. Nagai Shihan achtete wie immer auf möglichst exakte Ausführung aller Techniken verbunden mit einem starken Brennpunkt. In den folgenden Partnerübungen kamen schnell wechselnde Techniken und Reaktionsvermögen dazu. Ein typisches Nagai-Shihan-Training halt, wie wir es seit vielen Jahren so sehr zu schätzen wissen. Als nächstes standen Katas auf dem „Speiseplan“. Zu „verdauen“ gab es unter Eugen Sensei für alle ab dem 2.Dan die Kata Gojoshiho-Dai. Viele kleine Fehler oder Missverständnisse die sich über die Jahre selbst beim einen oder anderen erfahrenen Teilnehmer angesammelt hatten, mussten dringend behoben bzw. geschliffen werden. Auch bei einfachsten Bewegungen gab es eine Menge neuer Perspektiven zu lernen. Nicht zuletzt war das der Grund, dass man sich selbst nach dem Training zahlreich, wie selten noch einmal um Eugen Sensei versammelte, um die Details zu vertiefen. Alle 1. Dane kamen in den „Genuss“ bei Hannes die Kata Sochin aus allen Perspektiven zu „erfahren“; mal langsam – dann extrem schnell. Mal locker – dann wieder explosiv, sollte jeder seine Kata auf das nächste Level heben. Bei Stuckemeier Sensei trainierten fleißig alle Kyu-Grade. Nagai Shihan beobachtete alles, teilweise zustimmend nickend um uns im Anschluss noch einige Runden Kumite zu gönnen.

Feierabend: Nach dem Training ging es in die Leipziger Innenstadt zu Speis und Trank. Garniert mit gut gelaunten Gesprächen konnte ein interessanter Tag so vortrefflich ausklingen. Mehr wird nicht verraten; …auch nicht, was man am besten nach der Gaststätte noch so „anstellen“ kann, oder über was man sich in der Halle (der Übernachtung wegen) noch so tiefgreifend unterhält >> Ihr merkt schon – subtile Werbung :o)

Tipp >>Es wird dringend empfohlen, bei nächster Gelegenheit an solch einem Lehrgang teilzunehmen. Gerade wegen dem Training unter Nagai Shihan und dem ganzen „Paket“ drum herum; es lohnt sich! (Wie übrigens auch am vergangenen Wochenende bei eurem Ouchi-Lehrgang zum Beispiel! – nochmal vielen Dank dafür, gut gemacht!!)

Sonntag, 5.2.2017:

Gut geschlafen; dank warmer Halle und halbwegs weicher Matte! Unser fürstliches Frühstück wurde ja schon angesprochen, außerdem wurden auch vom Leipziger Dojo mehr als ausreichend Essen und Getränke für jeden Geschmack angeboten. Da fiel es echt schwer, sich zurück zu halten, trotz Hinblick aufs kommende Training. Gut genährt und mit sich anbahnendem Muskelkater vom Vortag ging es gegen 10 Uhr dann wieder los. Da auf einem Braun-Schwarzgurt-Lehrgang keine Gürtelprüfungen absolviert werden, waren die 2 Stunden Training dementsprechend voll gepackt, mit vielen Übungen vom Vortag, einer anstrengenden Einheit Kata und einer noch ausgedehnteren Runde Freikampf.

Ende:  erleichterter und verschwitzter Applaus! Mit vielen Verabschiedungen und so manchem Versprechen sich bald wieder zu „treffen“ endete ein toller Lehrgang. Für mich ging es, abgeholt von Frau und Kindern, direkt nach Berlin zurück, während sich die 6 Ouchis noch an den reichlich vorhandenen Nahrungsvorräten labten. Ich schätze auch ihre Rückfahrt verlief flott, beschwingt und motiviert (zu kommenden Großtaten!). Die vielen neuen Eindrücken werden sicherlich wieder als weitere kleine Puzzlestücke ins tägliche Training einfließen.

Fazit: unbedingt empfehlenswert!

Oss, Vielen Dank und bis bald

Marco-san

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