Ouchi kam, sah und siegte.

Und wieder war es soweit: Die Nachwuchsmeisterschaft und Deutsche Meisterschaft standen vor der Tür; diesmal im über 500km entfernten Beelen. Da uns eine lange Anfahrt bevorstand und jeder zum Wettkampf fit sein wollte, düsten wir schon am Freitagnachmittag mit zwei großen Bussen und 18 Ouchis über die Autobahn. Bei fetziger Rockmusik und kaspernden Beifahrern verging die Fahrt wie im Fluge, sodass wir noch vor Mitternacht die Übernachtungsturnhalle erreichten.

Leise wie eine Elefantenherde bauten die Kids dort ihr Nachtlager auf und schließlich schnarchten alle um die Wette (Es ist immer wieder erstaunlich, wie sonst so ruhige Menschen, nachts einen solchen einen Lärm machen können.). Als Samstagmorgen schließlich der Wecker klingelte, fiel einigen jungen Ouchi-Kriegern ein, dass sie während der 6-stündigen Fahrt ja gar keine Zeit gefunden hatten, ihre neuesten Handyklingeltöne zu vergleichen. Indem sie das Versäumnis nachholten, sorgten sie positiverweise dafür, dass jetzt auch bestimmt niemand den Wettkampf verschlief. Unser Ruf als „Naturgewalt“ wurde an diesem Morgen durch einen befreundeten Trainer nun sogar auf eine Stufe mit biblischem Ausmaß gehoben.

Dieser meinte: „Gott schickte sieben Plagen auf die Erde…und dann schickte er noch eine Achte…OUCHI.“

Nach einem stärkenden Frühstück aus den vielen Leckereien, die mitgebracht wurden, starteten wir um 10.30Uhr hochmotiviert in den Wettkampf. Auf fünf Pools wurden zunächst die Kategorien der Nachwuchsmeisterschaft ausgekämpft. Hier gaben Jonas, Valentin, Lorenzo, Tjelle, Michi, Manuel, Rico, Alex und Vivian (9!) volle Ouchi-Power und zeigten jede Menge Kampfgeist und Kime. Leider spielen ein letzter Rest Müdigkeit, rutschige Fussböden und diese elende Aufregung auch immer eine Rolle in diesem Stück, sodass nicht alle Ouchi-Kids ihre ganze Trainingsleistung zeigen konnten.

Tjelle und Vivian hatte diese frühe Morgenstunde aber nichts ausgemacht. Nach einem etwas verkorksten Katastart ging Tjelle mit Vollgas in die Kumite-Kämpfe und erreichte durch blitzschnelle Zukis und Mae-Geris den 1. Platz. Vivian setzte in ihrer Kategorie sogar noch einen drauf und sicherte sich sowohl den 1. Platz im Kumite als auch den 2. Platz in der Kata. Super Leistung!!!  Noch mehr geht einem jedoch das Trainerherz auf, wenn die Kids darum betteln im Aufwärmbereich noch weiter Kata und Kumite üben zu dürfen, obwohl ihre Wettkämpfe schon längst vorbei waren. Weiter so!

Auch unsere Susi bewies uns erneut, dass sie eine echte Wettkämpferin ist. Sie holte sich völlig verdient den 3. Platz in der Kata und zeigte auch im Kumite, was in ihr steckt. Im Kampf um Platz 3 setzte sich diesmal jedoch ihre Gegnerin knapp durch.

In der Herrenkategorie sollten die Grün- und Blaugurte zusammen mit den Braungurten in Kata und Kumite starten, sodass sich Paul K., Manu, Tim und Paule an einer Wettkampffläche mit 25 anderen, hochmotivierten Teilnehmern einfanden.  Mit ausdrucksstarken Katavorführungen und wertvollen Trainertipps  schafften es Manu, Tim und Paule souverän durch die Vor- und Hauptrunde, sodass 3 der 4 Finalisten von Ouchi gestellt wurden (Machen wir gerne^^). Paul und Tim wählten beide die „JION“ als Finalkata und sorgten mit nur einem Zehntel Punkt-Unterschied zueinander für den ersten Ouchi-Doppelsieg des Tages (Paule: 1. Platz, Tim: 2. Platz, Manu: 4.Platz). Leider konnte Tim diese Leistung im Kumite nicht wiederholen und schied (mit Wut im Bauch) in der ersten Runde aus. Paul K. konnte sich trotz seiner super Leistung nicht über die 2. Kata-Runde kämpfen und ging daher hochmotiviert in die Kumite-Kämpfe. Das Sanbon-Kumite weit hinter sich gelassen, kämpfte er sich mit Präzision und Kampfgeist durch die erste Runde und scheiterte jedoch ebenfalls an Tims Vorrundengegner, der später Zweiter werden sollte. Da Manu seinen eigenen Podestplatz in der Kata knapp verfehlt hatte, streifte auch er voller Elan seine Faustschützer über. Nach der ersten siegreichen Runde musste er sich jedoch mit unserem Paule messen, der ihn seinerseits fair besiegte. Paule zeigte in seinen folgenden Kämpfen, dass er in Top-Form war. Er zog schließlich souverän ins Halbfinale ein und sicherte sich zuletzt den 3. Platz.

Im Team-Kumite sollten auch Manu und Tim (mit dem bereits erfolgreichen Paule) nochmal zeigen dürfen, welche Ouchi-Power in ihren Fäusten steckt. Nach den souveränen Siegen von Paule ließ Manu mit blitzsauberen Konter-Gyaku-Zukis und überraschenden überlaufenden Kombinationen nichts anbrennen. Die drei durften daher verdient die Goldmedaille im Team-Kumite empfangen.

Tim blieb somit im Kumite unter seinen Möglichkeiten, da er in der Mannschaft gar nicht zum Einsatz kam. Es bleibt eine Menge Motivation unbenutzt, die wir sicherlich im zukünftigen Training abarbeiten dürfen.

Nach diesem anstrengenden Vormittag sollten nun Hannes, Ricci und Paule auf der Deutschen Meisterschaft zeigen, wo der Ouchi-Hammer hängt. Jedem Teilnehmer wurde schnell klar, dass unser intensives Montags-Katatraining süße Früchte getragen hatte. Beide Röseler-Brüder ließen ihre Gegner glanzlos stehen und zogen souverän ins Finale ein. Paule musste in der ersten Runde leider erkennen, dass die Welt für seine „Bassai-Godan“ noch nicht bereit war. Die Finalkata „UNSU“ von Hannes und Richard waren an Kraft, Ausdruck und Schnelligkeit kaum zu überbieten. Hannes erreichte mit seiner Darbietung einen grandiosen 2. Platz. Leider verpasste Richard den Podestplatz nur um ein Zehntel.

Die Kumite-Kämpfe sollten für alle drei jedoch noch ereignisreicher werden. In knallharten Vorrunden wurde den dreien nichts geschenkt. Mit Gegnern wie Robert Grüner (Otomo), Marcus Quidenus (Torii), Michael Surkau (Shimazu) und Marco Wäger (Edo) konnte man wohl kaum von leichten Kontrahenten sprechen.

Vor allem aber konnte Paul beweisen, was ihn ihm steckt. Er startete bereits mit leichten Verletzungen aus der Nachwuchsmeisterschaft in die DM-Kämpfe und zeigte, dass in den kommenden Jahren fest mit ihm gerechnet werden muss. Der Kampf gegen Michael Surkau wurde für unseren Braungurt zur Schlacht, die er mit hämmerndem Kämpferherz  bestritt. Am Schluss zog Paule jedoch leider den Kürzeren. Der vorherrschenden Gegnerqualität zum Trotz ließen Hannes und Ricci alle hinter sich und standen sich schließlich nach ebenso harten Halbfinalkämpfen selbst gegenüber…im KUMITE-FINALEEEEEE!!!! (Merke: Wenn man nicht weiß, wen man im Finale anfeuern soll, ist das ein DOPPELSIEG!). Die Röseler-Brüder klärten die Podest-Reihenfolge also nur noch unter sich. Hannes konnte hier noch einen Tick schneller mit seinem letzten Gyaku-Zuki punkten und verließ die Matte erneut als Kumite-Champion. Was für ein Dojo-Triumph…aber es ging noch weiter…

Die Mission „Sieg auf der DM im Herren-Team-Kumite“ zog sich bereits über Jahre hinweg. Viele 2. und 3. Plätze wurden in dieser Disziplin bereits erreicht und doch fiel der ganz große Sieg aus…bis zum 15.10.2011! Vom „Wunder von Beelen“ kann jedoch keine Rede sein. In absoluter Souveränität drückten Hannes, Ricci und Paule diesem Turnier den OUCHI-Stempel auf. Der Erste Platz im Herren-Kumite Team auf der Deutschen Meisterschaft. Herzlichen Glückwunsch!

Auf der anschließenden Siegerehrung wurden die Erfolge jubelnd gefeiert und Hannes wurde erneut verdient als bester Kämpfer des Turniers ausgezeichnet.

Da wir uns entschieden, erst Sonntagmorgen Richtung Dresden aufzubrechen, fielen wir nach einer großen Portion Nudeln und Pizza friedlich in die Schlafsäcke und konnten uns am nächsten Morgen gestärkt auf die Heimreise machen. Die letzten Frühstücksmuffins und –kuchen wurden am erstbesten Rastplatz genüsslich verdrückt und direkt wieder in Ouchi-Energy umgewandelt. Mit der Ankunft in Dresden ging ein ereignisreiches Wettkampf-Wochenende zu ende.

Vielen Dank an die aufmerksamen Trainer, die eifrigen Betreuer, die wachen Fahrer und die lieben Eltern, die uns mit vielen Leckereien versorgt haben. Ohne euch geht es nicht! Wir haben in Beelen wieder einmal gezeigt, dass Stärke von Innen kommt…aus der Mitte eines eingeschworenen Teams. Die Unterstützung bei der Vorbereitung, Lockerung, der Motivation aber auch beim Verdauen von Niederlagen sind Qualitäten, die uns unheimlich auszeichnen und nicht überall selbstverständlich sind. Wir können stolz sein und freuen uns auf die bevorstehenden Trainingseinheiten.

Tim

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