Heimspiel bei Deutscher Meisterschaft

Am 12. Oktober fand in der Dresdner Margon Arena die 38. Deutsche Meisterschaft und Nachwuchsmeisterschaft des SKID statt.

Obwohl alles nach einem reinen Heimspiel klingt, war es dies nicht ganz. Denn ausgerichtet wurde dieses Turnier vom Dresdner Karateverein Torii. Die Durchführung eines solchen Events ist schon schwierig genug, durch die aufwendige und umfassende Vorbereitungsarbeit wird es aber zu einem wahren Mammutprojet, was nur von einem erwachsenen Dojo mit vielen Händen gestemmt werden kann. Dies gelang der Torii-Familie in vorbildlicher Manier. Mit einem extra eingerichteten Countdown auf Torii‘s Homepage konnte man dem Start entgegenfiebern, auch ein eigenes Logo für dieses Highlight wurde kreiert und auf T-Shirts gedruckt. In Zusammenarbeit mit den zahlreichen Kampfrichtern erlebten wir ein gelungenes Turnier.

Ouchi startete mit 20 Startern und drei gemeldeten Teams. Dass uns Julia und Richard auch hier sehr fehlen würden, war bereits im Vorhinein klar und so sprang der international wettkampferfahrene und betitelte Rob in die Presche und stand uns allen mit Rat und Tat zur Seite. Der Dank für die ins Foto eingefangenen Impressionen geht ebenfalls an ihn.

Wie immer bei einem solchen Wettkampf kämpft man nicht nur mit und gegen die eigene Kata und  Kumite, sondern auch gegen die Müdigkeit, weil man doch erst viel zu spät einschlafen konnte. Aber auch gegen die Aufregung, die Kampfrichter, den ungewohnten Fußbodenbelag, das einfallende Licht und die veränderten Ernährungsgewohnheiten. Leider klappt es dann nicht immer mit allem super, aber wir hatten wenigstens Glück mit dem Wetter.

In der Kategorie der Jüngsten (bis 11 Jahre) vertraten unser Dojo Marianne, Torben, Joel, Till und Niklas. Sie zeigten eine tolle Teamleistung und wurden von Paul durch den Wettkampf begleitet. Marianne konnte ihre Leistung sogar mit einem Sprung aufs Siegerpodest belohnen und belegte einen 2. Platz in Kata – Super!

Die Gruppe von Tjelle, Jonas, Rico und Valentin war die in meinen Augen am schwersten zu beurteilende Kategorie. Die Kids sind hier zwischen zwölf und fünfzehn Jahre jung, ein paar von ihnen sehen noch aus wie gerade eingeschult und die anderen gehören schon zum Kreis der Erwachsenen. Die körperlichen Unterschiede machen es für die Kampfrichter besonders schwer, fair zu vergleichen und auch die Wettkämpfer an sich haben sehr mit dem Größenunterschied und eigenen verändernden Körperproportionen zu kämpfen. Unseren Schützlingen ist das hervorragend gelungen, auch wenn dabei leider kein Edelmetall am Ende zur Belohnung winkte.

In der Gruppe von Michi, Kids ab 15 Jahren, sah es ähnlich aus. Michi hatte dabei einen guten Tag erwischt und konnte seine gute Trainingsleistung bestätigen. Am Ende gab es dafür Silber und Bronze. Herzlichen Glückwunsch-weiter so!

Jessica und Vivian konnten in Kata leider keine Medaille erbeuten. Bei Kumite schied Vivian vor dem Halbfinale aus und Jessica musste sich in einem beherzten Kampf um Platz drei ihrer Kontrahentin geschlagen geben. An sich kein Grund zu verzagen, beide sind noch jung und auf einem guten Weg. Besonders die tolle Trainingsleistung von Vivi, die seit fast einem Jahr mit den Erwachsenen trainiert, hätte mehr verdient gehabt, aber so kann eben Wettkampf sein. Das Ärgerliche war nur, dass ihr Ausscheiden nicht berechtigt und auch nach außen hin in keiner Hinsicht verständlich war. Meinem Unmut darüber nicht vollends freien Lauf zu lassen, fiel mir in diesem Moment schwer, wofür ich mich auch hier beim Kampfgericht nochmals entschuldigen möchte. Trotzdem wollte ich die Kampfrichter im Nachhinein darauf ansprechen und mir für kommende Ereignisse deren Entscheidung begründen lassen. Vielen Dank für die Bereitschaft dafür an Andreas Trautwein, der sich sehr viel Zeit für mich nahm. Auch einen großen Dank an Alexander Schifferer, 6.Dan-Obmann des SKIF, SKID Bundeskassier, der mir Recht gab und die Leistung unserer beiden Mädels als verdientes Finale eingeschätzt hätte.

Es geht mir weniger um Recht und Unrecht, sondern um die kontinuierliche Umsetzung der Wettkampfregeln durch die Kampfrichter. Sie sind verantwortlich für die Einhaltung der Prinzipien des SKIF auf einem solchen Turnier und sondieren die Qualität von Runde zu Runde mit dem Ziel am Ende den besten Wettkämpfer nach den ausgemachten Kriterien zu ehren. Sie bestimmen über die Qualität eines solchen Wettkampfes und sind mindestens genauso, wie der Athlet selbst, für die Außendarstellung verantwortlich. Dass es den Kampfrichtern mal besser und mal noch besser gelingt, ist selbstverständlich. Schade war nur, dass die übrigen Kampfrichter des Pools an dieser Diskussion kein Interesse zeigten und an dem entsprechenden Gespräch gar nicht teilnahmen. Da tuen mir die Betreuer leid, die versuchen die Entscheidungen der Kampfrichter ihren Schützlingen zu erklären. Da tuen mir die engagierten Kampfrichter leid, die durch ein solches Verhalten mit in ein unschönes Licht gestellt werden und da tuen mir die Zuschauer leid, die einen völlig falschen Eindruck bekommen. Aber ich werde auch beim nächsten Turnier in einem geeigneteren Rahmen die Kampfrichter damit konfrontieren. Die Leistung der Kampfrichter wird bestimmt unterschätzt und es stimmt das dieses Amt erst zweimal von mir selbst ausgeübt wurde. Wie wichtig die Rolle des Betreuers ist, unterstreicht dieses Verhalten erneut und erweckt den Eindruck, dass sich einige wenige Kampfrichter ihrer Verantwortung nicht vollends bewusst sind. Andernfalls hätten sie sich erstens wenigstens an dieser Diskussion beteiligt und würden zweitens ihren eigenen jungen Schützlingen ebenfalls einen Betreuer zur Seite stellen.

In der Gruppe der ältesten Braun- und Violettgurte gingen für uns Paul H, Paul K, Paul G und Tim an den Start. Ganz oben kann immer nur einer stehen, im Halbfinale können immer nur vier stehen. Ganz oben stand zumindest immer ein Ouchi, im Halbfinale bei Kata und Kumite jeweils drei Ouchis. Da diese Kategorie direkt den Nachwuchs der kommenden Deutschen Meisterschaften der Schwarzgurte wiederspiegelt, können wir mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden sein. Kata gewann am Ende Tim mit einem Zehntel vor Paul G, der das Ergebnis bei Kumite umdrehte. Paul K holte dabei in Kata den vierten Platz und Paul H in Kumite Platz drei. Es waren spannende Finals mit einem tollen Ergebnis für unser Dojo. Der Stolz des Trainers wurde dann mit der Einladung zum Kadertraining für Paul H noch gekrönt. Die gewonnen Trophäen für diese Leistung sind eine schöne Belohnung, deuten den Glanz eurer starken Leistung aber nur an.

Die Teamwettkämpfe im Nachwuchsbereich wurden leider aufgrund mangelnder Anmeldungen gestrichen. Die Frage, ob in allen Dojos die Wichtigkeit des Nachwuchses für den Verein und Verband die ausreichende Aufmerksamkeit genießt, steht mir nicht zu-wurde aber vom oberen Kampfgericht intern doch gestellt und war aufgrund der Situation offensichtlich. Deshalb freue ich mich umso mehr über die guten Bedingungen für unseren Verein, die zahlreichen Mitglieder und engagierten Unterstützer. Ihr seid super und die Quelle für unseren Erfolg.

Bei den Kämpfen der Deutschen Meisterschaft wurden wir von Paul G, Tim und Hannes vertreten. Klingt super, war es auch.

In Kata konnten alle drei die Vorrunden hinter sich lassen und standen mit Markus Q vom ausrichtenden Dojo Torii im Finale der letzten Vier. Tim konnte auch hier wieder Paul hinter sich lassen, musste sich aber Markus geschlagen geben. Hannes‘ Leistung wurde von den Kampfrichtern an diesem Tag mit deren Bestnoten bewertet und bedeuteten somit den ersten Platz in Kata.

In Kumite sah es ähnlich aus. Paul der im Nachwuchsbereich zu Höchstleistung auffuhr und die beste Leistung der vergangenen Jahre zeigte, mühte sich hier etwas mehr. Er musste sich leider in der Runde vor dem Halbfinale knapp geschlagen geben. Kein Grund den Kopf hängen zu lassen, sieht man den Fortschritt der letzten Monate und welches Qualität er hin und wieder hervorblitzen lies, wird den Meisten zu Recht Angst und Bange.

Tim musste sich im Kampf um Platz drei leider Markus Q geschlagen geben, stand aber als Braungurt in beiden Wettbewerben in der Gruppe der letzten Vier. Diese Leistung ist beachtlich und wäre auch bei den meisten anderen Dojos als riesen Erfolg zu verbuchen. Bei uns bekommt diese Leistung wahrscheinlich nicht immer die angemessene Anerkennung, wenn der eigene Trainer auch hier den ersten Platz in dieser Kategorie erreicht.

In Teamkata führte “Ji-chi-iennnnnteehh“-Tim, Paul G und K auf die Tatami. Nicht gleich eindeutig mit welcher Kata belegten sie am Ende einen starken zweiten Platz. Den Trainingsaufwand dafür kann nur einschätzen, wer es selbst einmal probiert hat….Glückwunsch!

Im Teamkumite hieß es am Ende Torii vs Ouchi. Nichts hätte die Stärke der Dresdner Dojos im nationalen Vergleich besser darstellen können.

Paul erreichte im ersten Kampf ein Unentschieden, Tim gewann und Hannes musste sich nicht zuletzt verletzungsbedingt Markus geschlagen geben. Ein Entscheidungskampf musste her. Für Torii ging Markus an den Start. Tim hatte zwar seinen Teamkampf gewonnen, verlor aber im Einzel im Kampf um Platz drei gegen Markus. Somit bekam Paul die Möglichkeit sich zu beweisen. Diesmal endete es mit einem schnellen und klaren Sieg für Markus und das Dojo Torii. Aber auch hier gab es keinen Grund zum Kopf hängen lassen!

Markus hatte an diesem Tag gegen jeden der drei Ouchis gewonnen. Die Kämpfe waren fair und taktisch interessant, die Siege hoch verdient. Somit können wir diese Leistung nur neidlos anerkennen und gratulieren herzlich zum besten Kumite-Team 2013.

2014 ist mein Bruder wieder da… 😉

Hannes 

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