Die Ouchis in Niedamirow – eine „runde“ Sache!

Es war mal wieder so weit. Nach den Anstrengungen der letzten Monate, mit der Europameisterschaft in Dresden als Höhepunkt, zog es mal wieder eine Schar von Ouchis unter der Führung von Tina und Hannes zum Regenerations- und Weiterbildungstrainingslager nach Niedamirow.

Viele Male waren wir ja bereits bei Beata, Grzegorz und Kai, dem großen weißen lieben Hund mit der feuchten Zunge, zu Gast. Und so traten einige der Ouchis, in freudiger Erwartung der leckeren Küche von Grzegorz, am Donnerstag den 22. Mai die Reise ins polnische Niedamirow an. Andere waren wegen den Erzählungen und Erfahrungen der Mitreisenden auf die vor ihnen liegenden vier Tage gespannt.

Genau wie im letzten Jahr startete unsere „Karawane“ am Dojo und nach dem Dresdner Stadtverkehr ging es auf die Autobahn in Richtung Osten, Richtung aufgehende Sonne. Insbesondere die aufgehende Sonne sollte ein wiederkehrendes Vorzeichen unserer Zeit in Niedamirow werden. Aber dazu später mehr.

Ohne große Probleme wurde die Strecke nach Polen per PKW-Kolonne bei strahlendem Sonnenschein zügig bewältigt. Und so trafen wir am frühen Abend noch rechtzeitig für Grzegorzs Abendbrot und voller Erwartungen in Niedamirow ein. Nach einer herzlichen Begrüßung und Stärkung konnten wir die Zimmer belegen und trafen uns dann erwartungsvoll im großen Aufenthaltsraum. Mit dabei war auch wieder Uwe, der uns bereits vergangenes Jahr in die Grundfertigkeiten des Jonglierens eingeweiht und mit uns die aufgehende Sonne als Yogi begrüßt hatte. Die folgenden Tage sollten sehr abwechslungs- und bewegungsreich werden – mit sportlichen Aktivitäten aber auch mit Vorträgen, die unseren Blickwinkel erweitern sowie Geist und Körper regenerieren lassen sollten. Gespannt und von der Anreise und der vielen frischen Luft angenehm ermüdet, sanken wir dann in die Kissen.

Ungewohnt für den einen oder anderen Stadtmenschen, wurden wir vom Bellen des Nachbarhundes und seinem verbündeten Hahn lautstark geweckt. Nach einem kleinem Tässchen Kaffee auf der Terrasse lud uns Uwe bereits ein, die Sonne zu begrüßen und mit bekannten und neuen Yoga-Bewegungen die Müdigkeit aus dem Körper zu vertreiben. So erfrischt schmeckte das folgende Frühstück natürlich doppelt so gut. Nach dem Frühstück trafen wir uns dann zum Pilates unter der Leitung von Tina. Der eine oder andere erinnerte sich an die sehr wirkungsvollen Übungen, die wir bereits einmal im Dojo kennenlernen konnten und wurde auch diesmal nicht enttäuscht.

Danach wurde es handwerklich. Eine Endlos-Rolle Plastik-Rohr wurde mithilfe von Kneifzangen und Bohrer kurzerhand in Hulahoop-Reifen verwandelt und von jedem nach eigenem Geschmack mit buntem Tape verziert. Anzumerken wäre hier, dass nur die Mädchen Glitzerband für ihre Reifen erhielten J Schließlich war jeder mit einem Hulahoop-Reifen seiner Größe entsprechend ausgerüstet und fing an, die Hüften zu schwingen. Erst einmal ging es „nur“ darum, die Reifen in Bewegung zu halten. Innerhalb kürzester Zeit wurde klar, dass diese Übung perfekt zu unserem neuen Trainingsmotto „Rumpf ist Trumpf“ passt. Dass der durch Abwesenheit glänzende „Hulk“ einen grünen Reifen bekam, blieb aber ein Gerücht. Mit schwingenden Hüften und angeregtem Appetit wurden wir zu Tisch gebeten und konnten uns erst einmal stärken.

Nach dem Mittagessen war es dann Zeit für den ersten Vortrag. Paul machte den Anfang und gab uns einen Einblick in die Besonderheiten der Kultur und Geschichte Japans. Er führte uns mit seinem tollen Vortrag durch die Vergangenheit Japans bis in die Moderne und ließ uns auch an der historischen Entwicklung des Karate-Do teilhaben. Mit neuen Gedanken ging es dann zum Jonglieren und Reifen schwingen. Schnell wurden die Grundübungen mit Ball und Reifen beherrscht und Uwe musste Reifenwechsel per Arm oder Richtungswechsel demonstrieren. Die Zeit verging wie im Flug und schon war es wieder Zeit für unsere Yoga-Übungen, bei denen auch der eine oder andere Kopf stand und das nicht nur wörtlich. Lucie und Laila erkundeten derweil mit erwachsener Unterstützung die Fauna und Flora in Niedamirow und schlossen Freundschaft mit einer Kuh, die Geburtstag hatte und die sich am Wegesrand neugierig den Wanderern näherte.

Nach dem Abendbrot war es dann Zeit für den nächsten Vortrag. Anjas Vortrag enthielt 20 Empfehlungen zu einer gesunden Ernährung zeigte uns sowohl bekannte als auch überraschende Informationen zu einer gesunden Ernährungsweise auf. Ein Zeichen guter Vorträge ist immer, dass die Zuhörer interessiert nachfragen und diskutieren, was bei Anja definitiv der Fall war! Auch in den nächsten Tagen wurden dann während der gemeinsamen Mahlzeiten die individuellen Essgewohnheiten betrachtet. Die Kost aus Grzegorzs Küche hat dabei die Tipps aus Anjas Vortrag für eine ausgewogene und gesunde Ernährung perfekt unterstrichen, sodass alle mit gutem Gewissen und Hunger zugreifen konnten. Eine entspannende Atmungsübung mit Uwe beschloss den Tag und nach einem Tee am Kaminofen zog es auch die meisten schnell in die warmen Federn.

Der Samstag wurde wieder durch den Weckruf des Hahns begonnen und rief alle Frühaufsteher zu Uwe in die Trainingshalle zum Sonnengruß. Und nach dem stärkenden Frühstück war es wieder Zeit für Pilates und Jonglage. Nach dem Mittagessen führte uns dann Martin auf den Weg des „Shodo“, der Kalligrafie, ein. Nach einer geführten Traumreise erläuterte er Grundlagen des Katakana und übte dann mit einigen, die gefundenen Schriftzeichen auch zu Papier zu bringen. Wieder mit vielen neuen Gedanken befüllt, brachte Uwe unsere Körper mit Jonglage und Yoga in Bewegung. Nach dem Abendbrot war es dann Jörg, der mit Hilfe des Trainingsteufels über das Thema Regeneration im Sport referierte. Mithilfe des Vortrags kann in Zukunft hoffentlich den Verführungen des „Teufels“ widerstanden werden. Nach den abschließenden Worten von Hannes konnten wir dann noch einmal mit Uwe seine ganz besonderen Atemübungen durchführen.

Der Tag der Abreise begann wieder mit dem allmorgendlichen Sonnengruß. Rechtzeitig und mit viel Kraft meldete sie sich dann tatsächlich zurück, was die heftigen Gewitterschauer des Vortages vergessen machte. Nach dem leckeren Frühstück stählten wir uns wieder beim Pilates und ließen im Sonnenschein die Hüften kreisen. Beata nahm sich dann noch die Zeit, uns durch das Haus und die Etappen ihrer künstlerischen Tätigkeit zu führen. In jedem Raum fanden sich dazu Exponate, die einen Moment ihres Künstlerlebens repräsentierten. Nach einem herrlichen letzten Mittagessen auf der Veranda hieß es dann auf Wiedersehen. Es war eine wunderschöne Zeit in Niedamirow und alle verabschiedeten sich von Beata und Grzegorz voller Dank und dem Versprechen, bald zurückzukehren.

Zuletzt gilt unsere Danksagung ebenso den Ouchi-Chauffeuren und unseren Jugendlichen. Letztere haben sich freiwillig nicht nur für eine intensive Weiterbildung von Donnerstag bis Sonntag bereit erklärt, sondern mussten zusätzlich noch den verpassten Schulstoff selbstständig aufarbeiten. 

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